Bewegung beim Eislaufen (I)

von Reinhard Lederer (Kommentare: 0)

Warum ist die Bewegung so fließend?

Analog zum Dualismus Welle-Teilchen, kann man sich auch beim Eistanzen fragen, wie sich der Körper bewegt, d.h. wie der Schwung am Eis erhalten bleibt ;-)

Ist man beim Eistanzen einmal in Bewegung wird man durch den Luftwiderstand und die Reibung zwischen den Eisen der Schlittschuhe und der Eisfläche stetig abgebremst.

D.h. um die bereits erreichte Geschwindigkeit aufrechtzuerhalten ist Energie zuzuführen. Dies kann auf zwei Arten geschehen - einerseits durch das Abstoßen von einem Fuß auf den anderen, andererseits durch das Herausdrücken aus der Kurve.

Während das Abstoßen von einem Fuß auf den anderen, als Impuls jedermann geläufig ist – es entspricht der Skatingtechnik,

wie sie auch von Langläufern am Schnee eingesetzt wird, ist die zweite Art der Schwungerhaltung etwas komplexer.

Das Herausbeschleunigen aus der Kurve mit einem Fuß durch das Strecken des Knies erinnert einen ein wenig an die Geschichten von Münchhausen, der sich selbst an den Haaren aus dem Schlamm gezogen hat.

Es funktioniert im Prinzip so, dass ein Bogen mit engem Radius mit gebeugtem Knie angesetzt wird. Nun wird das Knie gestreckt und der Körper als Ganzes kann sich so vom Eis abstoßen und so der eigenen Fahrt während des ganzen Streckvorganges Energie in Form eines längerdauernden Impulses zuführen. Dabei vergrößert sich der Radius Richtung unendlich, sodass man dann mit gestrecktem Knie mehr oder weniger gerade aus fährt. Die Spur auf dem Eis wird Ähnlichkeiten mit einer Klothoide haben – einer Kurve die linear ihre Krümmung ändert.
Nun kann man auf den anderen Fuß wechseln den Vorgang in die andere Richtung wiederholen. Dabei wird man sich natürlich wieder in die andere Richtung abstoßen – die Schwungerhaltung wäre allerdings auch ohne dieses Abstoßen möglich. Als Übung ist es auch möglich, überhaupt auf dem ersten Fuß zu bleiben und nur durch Beugen und Strecken des Knies die Fahrt fortzusetzen.

Eine andere Betrachtungsweise wäre die Folgende. Man bringt durch das Strecken des Knies den denn Massenschwerpunkt näher zum Kreismittelpunkt. Wie bei einem Spielplatzkarussell erhöht man damit die Rotationsgeschwindigkeit. Dieser Effekt ist auch von der Pirouette bekannt.

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